Wenn die Brille falsch ist

Israels Gesandter in Deutschland, Ilan Mor, hat sich in einem Interview mit der in Chemnitz erscheinenden Freien Presse zu den innenpolitischen Entwicklungen in seinem Land, der Rolle der USA und Europas im Nahen Osten und nicht zuletzt der iranischen Bedrohung geäußert. Damit legt er eine treffende Problemanalyse vor:

„Die Europäer agieren nach ihren eigenen Maßstäben, die nach dem Weltkrieg aufgestellt wurden. Es galt: Nie wieder Krieg! Das ist zu begrüßen. Dialog um jeden Preis beherrscht die Politik in Europa. Europäer sehen den Nahen Osten aber durch die falsche Brille. Um das Sicherheitsbedürfnis Israels zu begreifen, müssen die Europäer die Brille austauschen. Sicherheit ist ein existenzielles Bedürfnis für unser Land.“
„Ich mache niemandem einen Vorwurf. Die Ideen eines vereinten Europas zum Beispiel sind phantastisch. Ich wünsche mir so etwas auch für den Nahen Osten. Wir als Israelis mögen für unsere Positionen kritisiert werden, aber wir wollen vor allem eins: am Leben bleiben. Der schmale Grat zwischen legitimer, sachlicher Kritik und Antisemitismus darf nicht überschritten werden.“

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